28.-30.12.2019 Ensenada

Wir hatten beschlossen wieder in die USA zurück zu fahren, um Silvester in San Diego zu verbringen. Carolin wollte gern surfen, aber wir fanden hier keinen Verleih, der zu dieser Zeit noch geöffnet war. Einen gebrauchten Surfanzug hatten wir inzwischen gefunden, aber leider kein Surfbrett. Also fuhren wir wieder Richtung USA, dieses Mal am Pazifik entlang. Da wir erst spät losgefahren und noch einkaufen waren, kamen wir an diesem Tag nicht sehr weit und übernachteten in dem Ort Santa Rosaliita, am Meer oberhalb einer Steilküste. Dort stehen viele Surfer mit ihren Wohnmobilen in der Nähe eines neu gebauten Hafens. Dieser war einmal geplant, um Boote der Amerikaner über Land zu transportieren und auf der anderen Seite im Golf von Californien wieder zu Wasser zu lassen. Allerdings wurde das Projekt fallen gelassen, als eine neue Regierung ans Ruder kam und so sind die Hafengebäude samt Kran und 14 km perfekter neuer Straße übrig geblieben. Die Surfer freut es.
Wir sahen noch einen netten Sonnenuntergang über dem Meer, allerdings pfiff ein heftiger Wind. Ich versuchte noch eine Hunderunde mit Hope, aber sie war gerade läufig und zog damit alle streunenden Hunde der Gegend an. Und davon gibt es in Mexiko jede Menge. Wir erwehrten uns so gut es ging mit einer Wasserladung aus einer Spritze.
Am nächsten Morgen standen wir sehr früh auf, da wir heute eine lange Strecke – bis Ensenada schaffen wollten. Das Fahren war wie immer anstrengend, in den Städten mit vielen Schlaglöchern – auf freier Fläche mit schmalen Straßen ohne Ausweichmöglichkeit. Zwischendurch öfter Militärkontrollen, durch die wir glücklicherweise nach ein paar Fragen und Kofferraum öffnen passieren konnten. Hoffentlich ist das nicht in ganz Mexiko so, denn wir haben noch mindestens 4000 Kilometer in diesem Land vor uns.
Es war schon dunkel als wir endlich in Ensenada ankamen und es wurde uns ganz klar, dass wir es unbedingt vermeiden müssen, nach der Dämmerung noch zu fahren. Viel zu gefährlich bei den Straßenverhältnissen. Wir übernachteten in demselben Campingplatz wie schon auf der Hinfahrt. Als ich noch mit dem Hund am Strand spazieren ging, entdeckte ich die heißen Quellen im Sand, von denen wir schon gelesen hatten. Wenn sich das Wasser bei Ebbe zurück zieht, kann man an verschiedenen Stellen den Sand dampfen sehen. Wenn man dort ein Loch gräbt, kann man darin liegend das gesammelte warme Wasser genießen. Leider konnte ich aber meine Mitbewohner nicht überreden, mit mir und einer Schaufel dort noch mal hinzugehen. Wir waren alle sehr kaputt von der langen Fahrt.
Den nächsten Tag wollten wir es noch einmal mit einem Surfbrettkauf versuchen, lt. Internet gab es einige Surfshops in der Stadt. Und dieses Mal wurden wir wirklich fündig. Der Laden entpuppte sich zwar als Wohnwagen mit improvisierter Werkstatt, in der ein Mexikaner Surfbretter baut, aber er hatte einige reparierte Bretter zum Verkauf und ein Exemplar erschien uns ganz passend. Da wir nicht wissen, ob wir das Brett bis Panama mitnehmen und dann auch nach Deutschland verschiffen können und ob Carolin in Europa auch surfen wird, ist ein gebrauchtes Surfboard sicher erst mal die bessere Wahl. Jetzt hatten wir also endlich ein Brett und Anzug, jetzt fehlte nur noch der passende Strand.
Neben dem Surfshop befand sich ein Restaurant das mexikanisches Frühstück anbot, das haben wir zur Feier unseres glücklichen Kaufs gleich mal ausprobiert. Mit der Karte in Spanisch waren wir etwas überfordert, aber der nette Besitzer empfahl uns eine beliebte Frühstückskombination. So bekamen wir Rührei mit Gehacktem, Kartoffelpuffer, Nachos mit Käse und einer undefinierbare Soße, die Molo genannt wird. Bis auf die Soße war alles sehr lecker, aber danach waren wir satt für den Tag. Kein Wunder das die meisten Mexikaner auch eher übergewichtig sind, bei der Ernährung.
Gut gesättigt bummelten wir noch über den Malecon, der Strandpromenade von Ensenda und kauften zwei mexikanische Hüte und andere Souvenirs. Hier sah es schon viel netter aus als in den anderen Stadtteilen und die Straßen waren in einem guten Zustand.
Dann ging es weiter Richtung US-Grenze durch die Berge. Hier gibt es einige Weingüter mit großen Anbaugebieten rings herum, die Weinproben anbieten. Mit dem Wohnmobil kann man nach dem Tasting dort kostenlos übernachten. Das war auch unser Plan, um dann am nächsten Morgen, hoffentlich ohne langen Stau über die Grenze zu fahren.
Der Parkplatz des Weingutes lag direkt zwischen Rebstöcken und Palmen, das alte Anwesen war sehr gepflegt und hübsch angelegt. Gegründet wurde es vor 90 Jahren von italienischen Auswanderen.
Es war sehr viel los, viele Besuchergruppen, die wahrscheinlich einen Tag vor Silvester schon Urlaub hatten. Bei der Weinprobe bekamen wir zwei Weiß- und zwei Rotweine zum Probieren und die schmeckten uns wirklich gut. Der Angestellte erzählte uns, dass die Californier sehr überheblich auf die mexikanischen Weine schauen und der Wein dort auch nicht verkauft werden darf. Wir waren jedenfalls ganz angetan und nahmen zwei Flaschen mit.
Es gab kein weiteres Wohnmobil auf dem Platz und so schliefen wir sehr ruhig, bewacht von der Security.


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