27.-28.10.2019 Harris Beach State Park

Der Übernachtungsplatz in Port Orfort war nichts Besonderes, aber für 10 $ hatte man einen schönen Blick von oben aufs Meer und auf das Treiben im Hafen. Dort liegen alle Fischerboote auf Trailern und werden, wenn sie aufs Meer raus wollen, per Kran ins Wasser gelassen. Ziemlich umständlich, aber wahrscheinlich sonst nicht geschützt genug.
Aber der Ort war sehr niedlich, etwas verschlafen mit vielen kleinen Geschäften. Im Reiseführer steht, der Ort hatte mal eine Blütezeit als Holzverlade- und Fischerhafen und wartet jetzt auf eine verheißungsvolle Zukunft im Tourismus. Hoffentlich lässt das, wie an der gesamten Küste hier, noch etwas auf sich warten.
Unsere Bekannten aus Kassel, die inzwischen schon oberhalb von San Francisco waren, schrieben uns, dass sie dort gerade die Evakuierung und Stromabschaltung wegen der vielen Waldbrände hautnah miterleben würden und dass wir besser noch etwas weiter oben bleiben sollten. Wir hatten auch schon gehört, dass die Küstenstraße deswegen gesperrt sein sollte. Also überlegten wir als Alternative etwas nach Osten ins Landesinnere zu fahren. Dort gab es den Crater Lake National Park, mit einem durch Vulkanausbruch entstandenen Kratersee mit 11 km Durchmesser. Das hätte uns schon sehr interessiert und besonders die drumherum liegenden Hot Springs, die hier naturbelassen in kleinen Becken oder in ausgehöhlten Baumstämmen als Badewannen vorzufinden sind. Das klang sehr nett, dort darf man sogar in den sonst so prüden USA hüllenlos ins Wasser. Im Internet fanden wir auch einen Kommentar, der meinte: „Seien sie sich der Nacktheit bewusst, wenn sie sich damit nicht wohlfühlen, ist das nicht der richtige Ort für sie.“
Aber langer Rede kurzer Sinn, wir fuhren nicht, da es dort schon den ersten Wintereinbruch mit Schnee gegeben hatte und unsere Reifen zurzeit kein sehr gutes Profil mehr haben. Da müssen wir uns demnächst mal um neue bemühen.
Also dümpelten wir weiter langsam die Küste runter, was bei den kommenden, nur sonnigen Wetteraussichten auch sehr reizvoll war. Sollten die Waldbrände nicht nachlassen, würden wir eben von hier aus schon nach Arizona fahren.
Nach unzähligen Aussichtsstopps über und am Meer, wählten wir den Harris Beach State Park zur Übernachtung. Der Platz lag etwas über dem Meer und obwohl er sehr groß und viel los war, gefiel er uns sofort sehr gut. Am Abend gingen wir zum Meer und erlebten mal wieder einen tollen Sonnenuntergang. Auch die Himmelsfärbung und die Stimmung am Strand danach waren wunderschön. Das wollten wir gleich noch einmal erleben und buchten am nächsten Morgen eine weitere Nacht. Wir wären gern in die erste Reihe umgewechselt, aber die Plätze waren alle schon reserviert. Die Rangerin meinte, das Wetter wäre so sonnig und so warm, das alle noch mal an den Strand wollten. Wir vertrieben uns den Tag wie immer mit Strandwandern, was hier nicht so gut ging, da die Strandabschnitte irgendwann von Felsen verschlossen waren und man die Steilküste nicht hochgehen kann. Dann wieder wunderschöner Sonnenuntergang, ich glaube danach kann man süchtig werden, und ein Lagerfeuer zum Abschluss.

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