25.-26.12.2019 Guerrero Negro

Nach zwei Nächten an diesem schönen Ort machten wir uns auf den Weg weiter nach Süden zu unserem ursprünglichen Ziel. Vorher stoppten wir noch am Waschsalon, der wirklich am 1. Weihnachtsfeiertag geöffnet hatte, genauso wie der Supermarkt. Ansonsten war allerdings nicht viel los auf den Straßen, was uns ganz recht war. So zog sich der Vormittag dahin, aber wir hatten für heute sowieso einen weiteren Zwischenstopp an einen Campingplatz weiter südlich eingeplant. Das Highlight dort sollten heiße Quellen sein, die direkt am Strand hervortreten. Als wir am Nachmittag dort ankamen, zog sich das Meer gerade zurück und gab einige Naturpools zwischen den Felsen frei. Die heiße Quelle entsprang etwas weiter oberhalb und das Wasser suchte sich seinen Weg durch die Pools hindurch zum Meer.  So wie es aus der Quelle kam war es viel zu heiß und erst mit dem  Meerwasser gemischt war es angenehm temperiert. Der Trick war also solange im ersten Pool zu sitzen bis das Meerwasser weggeflossen war und es zu heiß wurde. Dann suchte man sich weiter unten wieder einen Pool in dem es noch angenehm warm war und so weiter. Das war eigentlich sehr witzig, allerdings roch es doch stark nach Schwefel und es war einiges los hier am Feiertag. Nach der netten Entspannung gingen wir zurück zum Campingplatz und wollten eigentlich duschen. Es gab auch ein Toiletten- und Duschgebäude, aber als Holger nach der Dusche fragte bekam er einen Eimer mit kaltem Wasser und einen Becher. Damit konnte er sich in die Dusche stellen und sich das Wasser über den Kopf schütten. Daraufhin beschlossen Carolin und ich doch lieber im Wohnmobil zu duschen. Die Sanitäranlagen in Mexico sind mit unserem oder nordamerikanischen Standard nicht zu vergleichen, selbst auf dem guten Campingplatz an Heiligabend waren die versprochenen heißen Duschen nur leicht lauwarm. Irgendwie sahen bei beiden Campingplätzen die Anlagen zwar neu aus, aber irgendwie noch wie im Bau befindlich.
Den nächsten Tag fuhren wir weiter und kamen wie immer nur langsam voran. Obwohl die Straße gerade saniert wurde mit schönem, neuen Straßenbelag, waren die vielen Entwässerungsbrücken noch nicht fertig und es gab unzählige Umleitungen, die einfach von der Straße abfuhren und über die angrenzende Wüste führten. Als wir endlich die Straße an der Westküste Richtung Guerrero Negro erreichten, war der Belag gleich wieder schlechter und die Straße erheblich schmaler, ohne die geringste Ausweichmöglichkeit rechts oder links, wenn man nicht in den Graben fahren wollte. Da unser Wohnmobil schon sehr breit ist, hat man kein gutes Gefühl wenn einem auf dieser Straße ein noch breiterer LKW entgegenkommt. Wir mussten auf unserem Weg nach Süden auch einige Militärkontrollen passieren. In regelmäßigen Abständen stoppen dort Soldaten mit Maschinenpistolen im Anschlag die Autos und fragen wo man herkommt und wo man hinwill. Manchmal möchten sie einen Blick in den Stauraum oder in das Wohnmobil werfen, allerdings hat bisher noch niemand das Wohnmobil im Inneren durchsucht, was wahrscheinlich an unserem Hund liegt.
Wir hatten für diesen Abend einen Campingplatz an einem Restaurant auf einer Landzunge in einer Lagune herausgesucht. Aber als wir über einen sehr holprigen Weg durch Salinen endlich ankamen, war das Restaurant zu und die Umgebung sah trostlos und verlassen aus. Also fuhren wir den ganzen Weg wieder zurück und suchten uns einen langweiligen RV Park in der Nähe des Ortes, da es langsam schon dunkel wurde. Der Campingplatz bot auch Whale Watching Touren an, die in der nahe gelegenen Lagune „Oje de Liebre“ stattfinden. Die Grauwale kommen jedes Jahr von Ende Dezember bis März hierher um ihre Jungen zu gebären und aufzuziehen. Dann ziehen sie den Sommer die Küste hinauf bis Kanada und Alaska und kommen im nächsten Jahr im Winter wieder. Allerdings waren zurzeit erst ein paar Wale da, der Rest würde erst in den nächsten Tagen und Wochen eintreffen.


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