25.-26.09.2019 Richtung Prince George

Der nächste Tag war wie immer regnerisch und bestand nur aus Fahren, um etwas mehr Strecke nach Süden zu schaffen, durch diese ganzen Umwege kommen wir ja nicht voran. Zwischendurch ein Stopp mit größerem Rundgang – und weiter. Das Ziel für heute war die Stadt Burns Lake, dort war laut App ein kostenloser städtischer Campingplatz am gleichnamigen See. Hoffentlich war der nicht auch schon geschlossen. Hinter uns bemerkten wir auf den letzten Kilometern das Wohnmobil von den Neussern, die neben uns am Gletscher in Alaska standen. Sie hatten sich denselben Übernachtungsplatz für heute rausgesucht. Er war auch noch geöffnet und einige Wohnmobile waren schon da. Wir sagten kurz Hallo – auch sie waren auch auf der Flucht vor dem vielen Regen.
Nach dem Abendessen gingen wir noch in den gegenüberliegenden Pub und nach einigen Bieren und Gin/Tonic`s war die Laune schon wieder besser. An einem Mittwoch war in der Kneipe natürlich nicht viel los und so plauderten wir mit der Bedienung über den Ort und das Leben hier. Sie erzählte uns auch von dem deutschen Bäcker Matthias, der hier ein Cafe betreibt. Das hatten wir beim Reinfahren schon gelesen und wollten morgen noch etwas mitnehmen. Wir hatten zwar noch selbstgebackenes Brot, das Sauerteigbrot ist übrigens gut gelungen, aber eines vom deutschen Profi können wir uns nicht entgehen lassen.

Am nächsten Morgen schien endlich mal wieder die Sonne, es war angenehm warm draußen zu sitzen und so plapperten wir noch eine ganze Weile mit Gabi und Werner, so heißen die Beiden aus Neuss. Sie sind auch mit Hund unterwegs, aber schon in Rente und wollen ihr Wohnmobil demnächst ein halbes Jahr hier in Kanada unterstellen und den Winter über nach Deutschland fliegen. Im nächsten Frühjahr dann wiederkommen und weiter Richtung Südamerika reisen.
Dann verließen wir den Platz und fuhren noch zum Entsorgen und Wassertanken, was ewig dauerte, da jemand vor uns ein 2000 Liter! Wasserfass füllte. Danach ging es noch zum deutschen Bäcker, wo Werner auch gerade eingekauft hatte. Den Tipp hatten wir ihnen auch verraten. Das Cafe war total gemütlich eingerichtet, es gab jede Menge selbstgemachten Kuchen und leckere gefüllte Croissants, die neben einem Brot in unseren Einkaufskorb kamen. Mmmmh.
Im Sonnenschein!! fuhren wir dann Richtung Prince George, der nächsten größeren Stadt. Da die Bremsen doch wieder Probleme machten, bei der letzten Reparatur hätten auch gleich die Bremsscheiben gewechselt werden müssen, hatten wir uns entschlossen, dies in einer Werkstatt erledigen zu lassen. Eine Mercedes Werkstatt gab es nur in Kamloops, das noch einige hundert Kilometer entfernt war, aber in Prince George gab es eine freie Werkstatt die sich auf europäische Autos spezialisiert hatte. Dort wollten wir erst mal nachfragen, erfuhren aber, dass sie die nötigen Ersatzteile nicht beschaffen können. Schade, also weiter nach Kamloops.
Wir hielten noch am Walmart, um ein paar Teile einzukaufen und trafen auf dem Parkplatz – Gabi und Werner. Ihr Einkauf war schon beendet und sie wollten gerade weiter.
Wir hatten nach unserem Besuch bei Walmart nicht mehr viel Lust zu fahren, es dämmerte schon und der Hund musste noch gewalkt werden, also suchte ich einen Platz ein paar Kilometer außerhalb raus. Ich stieß bei IOverlander auf eine kostenlose Recreation Site an einem See ein paar Kilometer Schotterweg von der Hauptstraße entfernt. Und als wir so um die Ecke bogen auf die Einfahrt des Platzes, sahen wir schon Gabi mit ihrem Hund dort lang gehen. Sehr lustig – es gab ein großes Hallo, wir stellten uns direkt neben ihr Wohnmobil und beschlossen, nachher noch ein Feuer zu entzünden. Holger hatte noch Holzscheite im Kofferraum. Der Platz lag mal wieder total nett rund um den See, die Plätze direkt am Wasser, wie immer mit Tischen und Stühlen und Feuerstellen und alles kostenlos. Ich habe noch nicht entschlüsselt, warum manche öffentlichen Stellplätze frei sind und andere in B.C. 20 Dollar kosten. An der Ausstattung und Unterhaltung kann ich keinen Unterschied feststellen.
Nach dem Spaziergang und Abendessen trafen wir uns am Lagerfeuer und erzählten uns Reisegeschichten mit unseren Nachbarn. Sie kannten übrigens Frank und Corinna aus dem Phönix auch schon und waren mit Ihnen im Denali Nationalpark auf einer Bustour. Als es so richtig kalt wurde, saßen wir noch eine Weile sehr nett in ihrem Wohnmobil zusammen. Dann verabschiedeten wir uns, da wir morgen schon früh weiter wollten. Nach Kamloops waren es noch über 400 Kilometer und die Ersatzteile sollten möglichst noch vor dem Wochenende bestellt werden.

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