22.-24.11.2019 Roosevelt Lake

Da wir keine Lust hatten vom Süden Phoenix in den Osten über die Stadtautobahn zu fahren, entschieden wir uns für den Umweg auf kleineren Straßen außen herum. Um auch mal wieder ein wenig Kultur einfließen zu lassen, besichtigten wir auf unserem Weg die Anlagen der ehemals hier ansässigen Vorfahren der Indianer. Das größte mehrstöckige Haus, Casa Grande, ist bereits 700 Jahre alt, ein aus Mörtel und Steinen aufgeschichtetes Bauwerk. Man hat nachgewiesen, dass schon seit 4000 Jahren die Vorfahren der Indianer hier lebten und auch damals Wasser aus den Flüssen aufstauten und dadurch Ackerbau betreiben konnten.
Danach fuhren wir in vielen Serpentinen ständig auf und ab durch coole Gebirgsketten und Straßen mit so schönen Namen wie „Top of the World“ und ehemalige Minenstädte, die inzwischen ziemlich verlassen aussehen. Angekommen am Stausee staunten wir mal wieder über die Größe der Wasserfläche, aber auch die vielen Campingplätze und Bootsrampen um den See ließen erahnen, was hier an Sommertagen los ist. Die Einwohner aus Phönix haben wirklich eine abwechslungsreiche Landschaft mit vielen Freizeitmöglichkeiten direkt vor der Haustür. Auf dem weiten Weg vom Parkeingang zum Seeufer sah Holger einen vermeintlichen Krebs über die Straße laufen, aber als wir näher kamen sahen wir, dass es eine handtellergroße Tarantel, also eine Vogelspinne war. Sie krabbelte ganz langsam weiter und ließ sich von uns fotografieren. Damit hätten eher weiter im Süden gerechnet. Nach der nächsten Wegbiegung stand dann auf einmal ein Kojote direkt vor uns auf der Straße, aber bis wir ein Foto machen konnten, war er schon im Gebüsch verschwunden. Na, das schien ja ein interessanter Ort zu sein. Alle Plätze waren fast leer und wir parkten in der Nähe einer Bootsrampe, da Holger morgen das Kanu zum Fischen benutzen wollte.
Der nächste Tag war genauso sonnig wie der vorherige und wir ließen endlich mal wieder das Boot zu Wasser. Holger fuhr raus zum Angeln und nachdem ich erst mal ausgiebig die Sonne genossen hatte, erkundete ich mit Hope den Platz. Hier war es sehr idyllisch und friedlich, so dass wir noch eine zweite Nacht bleiben wollten. Holger kam mit einem Schwarzbarsch wieder und zum Sonnenuntergang unternahmen wir alle noch eine Spritztour auf dem See. Wenn man die Umgebung vom Wasser aus betrachtet, könnte man meinen in Kroatien zu sein, mal abgesehen von den Kakteen. Nicht umsonst wurden viele Winnetou Filme in Kroatien gedreht, denn dort sieht es sehr ähnlich aus. Bei Betrachtung der Gegend muss ich auch immer an die Western im Fernsehen denken, genau diese Gegend wurde früher auch von den Apachen besiedelt.
Nach all dem Regen freuten wir uns, endlich mal so einen entspannten Tag mit Sonne uns Wasser genießen zu können und beendeten ihn mit einem schönen Lagerfeuer. Dort und auch in der Nacht hörten wir immer wieder die Kojoten heulen.
Den nächsten Vormittag verbrachte Holger noch mal auf dem See, hatte aber kein Anglerglück mehr. Dann baute er das Kanu wieder ab und wir fuhren ein Stück weiter oberhalb zum Salt River, der Fluss, der den Stausee speist. Eigentlich wollte er hier auch angeln, aber durch die Überschwemmungen der letzten Tage war das Wasser komplett braun. Also stellten wir uns, nach einem Spaziergang zum Ufer, oberhalb des Flusscanyons auf BLM Land und übernachteten dort.

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