21.06.2019 Regen, Regen und kein Ende


Es regnete wirklich sehr stark die ganze Nacht und sollte auch den ganzen Tag nicht aufhören. Leider suchte sich das Wasser auch einen Weg durch die Fensterverkleidung in einer Dachluke und einem Seitenfenster. Dadurch war es an zwei Stellen feucht. Nicht stark, aber ärgerlich.
Der Platz auf dem wir standen, war schon total durchweicht und die tolle Aussicht auf die Bucht nebelverhangen. Bei diesem Wetter war natürlich an eine Walbeobachtungstour per Schlauchboot nicht zu denken. Scheinbar hatte dafür die Saison auch noch gar nicht begonnen. Schade, Wale hätte ich sehr gern gesehen, aber ich werde hoffentlich an der Pazifikküste noch Gelegenheit dazu haben.
Also beschlossen wir, den Tag auf dem Highway zu verbringen, um auch mal ein paar Kilometer gen Westen zu fahren. Schließlich wollen wir in ca. 4 Wochen in Calgary sein, das sind ja nur noch schlappe 4000 Kilometer. Übrigens haben die Kanadier auch das metrische System und die Entfernungs- und Geschwindigkeitsangaben sind in Kilometer und nicht in Meilen wie in den USA.

Das Fahren bei dem starken Regen war aber auch kein Vergnügen. Die Highways sind vom Zustand her überhaupt nicht zu vergleichen mit den deutschen Autobahnen. Es gibt jede Menge Schlaglöcher und tiefe Spurrillen. Durch den Starkregen sammelte sich dort das Wasser und verursachte immer wieder gefährliche Aquaplaning Situationen. So kamen wir überhaupt nicht so weit voran, wie wir geplant hatten. Inzwischen hatten wir die erste Provinz, Nova Scotia, hinter uns gelassen und waren in New Brunswick. Es gibt insgesamt  10 Provinzen und 3 Territorien, vergleichbar mit den deutschen Bundesländern.
Ich war schon ein wenig traurig die Ostküste zu verlassen. Es gefiel mir doch viel besser als gedacht.
Wenn von Kanada die Rede ist, schwärmen alle immer vom Westen und der Pazifikküste. Wie schön die Ostküste ist, weiß man kaum. Hier könnte man locker 4 Wochen Urlaub machen und immer noch was Neues entdecken. Auch wir hätten gern noch viele Gegenden gesehen, aber das wird wohl öfter so sein. Kanada ist einfach zu groß und zu vielfältig, selbst für 6 Monate.
Holger hatte beschlossen, solange zu fahren bis es aufhört zu regnen. Und wirklich, kurz vorm Abend hörte es auf, und es gab sogar noch einen schönen Sonnenuntergang zu sehen. Da wir inzwischen gerädert waren und keine Lust mehr hatten weiterzufahren, entschieden wir irgendwann gegen 21 Uhr in der nächsten Stadt auf einem Walmart Parkplatz zu übernachten. Walmart erlaubt Wohnmobilfahrern bei den meisten Märkten eine Nacht kostenlos auf ihrem Parkplatz zu stehen. Das wird auch reichlich genutzt, wie wir öfter gesehen haben. Ich suchte im Navi einen Markt am Rande der nächsten Stadt Fredericton raus und als wir dort ankamen, war bereits  ein weiterer Campervan dort. Hinter dem Markt begann gleich der Wald, so dass ich mit Hope noch eine schnelle Runde drehen konnte. Um 22 Uhr schloss der Walmart und es wurde ruhig. Ein wenig mulmig war uns schon,  schließlich war Freitag und es könnte ja sein, dass die Jugendlichen der Stadt diesen Walmart als Treffpunkt vorgesehen haben. Aber es blieb alles ruhig und wir konnten in Ruhe schlafen.

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