20.08.2019 Dempster Highway IV

Für den heutigen Tag war kein Regen angesagt und wir hatten uns überlegt, noch die 50 Kilometer bis zum Polarkreis zu fahren und dann umzudrehen. Die meisten Wohnmobilfahrer um uns herum, hatten die gleiche Idee und so trafen wir uns alle 50 km weiter am Polarkreis wieder. Nur ein Paar hatte vor weiter zu fahren, allerding besaß ihr Auto auch Allradantrieb.
Die Straße dorthin war in gutem Zustand, so machten wir am Arctic Circle unsere Fotos und fuhren dann zurück. Wir waren sehr gespannt, wie wir durch die Berge kommen würden. Erfreulicherweise war fast überall kein Matsch mehr zu sehen, es ist doch erstaunlich, wie schnell der Straßenbelag abtrocknet. Es gab nur zwei, etwas heiklerer rutschige Stellen, aber ohne Matsch merkten wir erst mal wie holprig, mit spitzen Steinen belegt und teilweise tiefen Schlaglöchern gespickt die Straße war. Gott sei Dank blieb bei dem Gerappel alles heil und nachdem wir aus den Bergen raus waren, war auch die Straße wieder in akzeptablen Zustand. Neben der Qual für das Auto ist so eine Fahrt auch eine Qual für die Psyche.
Die letzten 250 Kilometer waren wieder ohne Probleme zu fahren, wir hielten noch kurz an einem kleinen Fluss, der Holger ganz aussichtsreich erschien. Er warf die Angel ins Wasser und hatte nach kurzer Zeit schon zwei Äschen gefangen. In dieser menschenleeren Gegend wird wahrscheinlich nicht so oft geangelt, daher lassen sich die Fische leicht fangen. Auf dem letzten Stück war die Fahrbahn fast trocken und wir merkten wie heikel es ist, wenn vorbeifahrende oder überholende Autos Steine aufschleudern.
Die Straße ist wirklich nicht ungefährlich, aber auch wenn wir es nicht bis zum Polarmeer geschafft haben, freuten wir uns, dieses kleine Abenteuer erlebt zu haben. Was sich natürlich leicht sagen lässt, wenn alles gut ausgegangen ist. Ein evtl. Abschleppen hätte uns ein Vermögen gekostet.
In Dawson City angekommen, fuhren wir erst mal zum Autowaschen bei einem Wohnmobilstellplatz. Das Auto war wirklich komplett dreckig und wir brauchten 10 Ein-Dollar-Münzen um es halbwegs sauber zu bekommen.
Dann fuhren wir mit der Fähre über den Yukon auf die andere Flussseite, wo es einen großen staatlichen Campingplatz gibt. Als wir so über den Platz fuhren, um eine schöne Stelle am Fluss zu finden, sahen wir dort das Phoenix Wohnmobil aus Kassel stehen. Das Auto kam auch mit unserem Schiff nach Halifax und ich finde es immer wieder faszinierend, dass man sich in diesem riesigen Land nach so langer Zeit ohne Verabredung wieder treffen kann. Wir plauderten ein wenig und erzählten von unserem Dempstererlebnis und den kaputten Bremsen und Frank, so heißt der Phoenixfahrer, bot sich gleich an, am nächsten Tag bei der Reparatur mit zu helfen. Zu später Stunde gab es dann noch die zwei leckeren frischen Äschen zum Abendessen.

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