19.08.2019 Dempster Highway III


Als wir am nächsten Morgen aus dem Fenster schauten, war alles weiß, eine wunderschöne Winterlandschaft und als der Nebel über den Tälern sich lichtetet, hatte man eine grandiose Aussicht in die umliegende Landschaft. Inzwischen war die Straße Richtung Norden komplett gesperrt, da ein LKW weiter oben umgefallen war und die Durchfahrt blockierte. Die Straße wieder zurück, war auch noch in keinem besseren Zustand, wie wir von den ankommenden Fahrern erfuhren, die nun alle hier strandeten. Holger buchte gleich noch eine weitere Nacht auf dem Campingplatz, da wir Angst hatten, später keinen Platz mehr zu bekommen.
Zur Tankstelle gehörte auch eine kleine Werkstatt und Holger sprach mit dem dortigen Mechaniker, ob er sich unsere Bremsen einmal ansehen könnte. Reparaturen führen die meisten Werkstätten nicht durch, wenn sie keine Lizenz für Mercedes Autos besitzen, aber Holger durfte selber drunter schauen. Ein Leck konnte er nicht erkennen, also lag es wahrscheinlich an den Bremsbelägen, die abgefahren sein mussten.
Das Wetter war inzwischen besser geworden, der Schnee taute langsam weg und die Sonne kam raus. Da wir ja nichts zu tun hatten, beschlossen wir die gesperrte Straße 8 km hinunter zu wandern bis zum Fluss. Holger nahm eine Angel mit, allerdings war das Wasser des Engineer Creek braun und ein Angeln nicht möglich. Aber die Wanderung durch die tolle Landschaft war sehr schön und auf dem gesperrten inzwischen abgetrockneten Highway konnte man sehr gut laufen. Die schneebedeckte Bergkette der Richard Mountains im Hintergrund sah wie mit Puderzucker bestäubt aus. Nachdem wir mit dicker Mütze und Handschuhen losgegangen waren, kamen wir auf dem Rückweg bergauf ganz schön ins Schwitzen. Kurz bevor wir unser Wohnmobil am späten Nachmittag erreichten, wurde die Straße nach Norden auch wieder geöffnet, aber der Straßenzustand sollte immer noch sehr schlecht sein.
Zu dem Hotel gehörte neben einem Restaurant auch eine urige Bar, mit riesigen Elchköpfen, Bärenfellen und Geweihen an den Wänden und gemütlichen Ledersesseln. Dorthin gingen wir am Abend, tranken etwas, spielten ein paar Runden Poolbillard (Martina hat mich abgezockt – Holger) und beobachteten die anderen Gäste aller Nationen, die hier gestrandet waren. Als ich mir dann noch einen furchtbar leckeren, sehr süßen  Schokoladenkuchen mit Schokoladeneis bestellte, war eigentlich alles in Ordnung, es ging uns gut und irgendwie würden wir hier schon wieder wegkommen.

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