18.08.2019 Dempster Highway II

Es regnete fast die ganze Nacht durch und am nächsten Morgen war aus dem Regen leichter Schneefall geworden, der aber nicht liegenblieb. Ich überlegte den Regen hier abzuwettern, aber Holger meinte die Straße wäre schon okay zum Fahren und Regen sei besser als Steinschlag bei Trockenheit. Was für ein Trugschluss. Wir fuhren also los und die ersten 50 Kilometer waren kein Problem, etwas rutschig aber wir fuhren langsam und hatten keine Probleme. Die Landschaft öffnete sich und man sah riesige weite Flächen, in denen im Winter die Porcupine Rentierherde mit 218.000 Tieren durchzieht. Das muss ein toller Anblick sein.
Dann führte die Straße 300 Meter hoch auf das Eagle Plain Plateau und schlagartig änderte sich der Zustand in eine rutschige und nasse Schlammschicht, vergleichbar mit nassem Schnee. Der Schneefall wurde auch immer dichter und auf den Höhen waren wir auf einmal mitten im Winter. Wir kamen nur noch ganz langsam voran und wenn es bergauf ging, hatten wir Angst stecken zu bleiben. Zu allen Überfluss leuchtete auch noch die Bremskontrollleuchte des Autos und die Bremsen reagierten nur noch verzögert. Wir sehnten also das Ende der Berge und den nächsten Stopp herbei, der sich bei dem langsamen Tempo aber hinzog. Nach endlosen 180 Kilometern im Nichts erschien endlich Eagle Plains. Eine Ansammlung von ein paar Häusern mit Hotel, Campingplatz und Tankstelle. Laut Beschreibung ist diese Gegend eine der trockensten Stellen der Welt, aber jetzt durch die Feuchtigkeit war auch hier der ganze Platz matschig. Wir buchten eine Übernachtung mit Strom und waren froh nicht mehr weiter zu müssen. Da wir nicht wussten, was mit den Bremsen los war, wollten wir morgen wieder zurück fahren, um ein sehr teures Abschleppen zu vermeiden. Den Nachmittag verdaddelten wir mit kurzen ungemütlichen Spaziergängen, nach denen der Hund jedes Mal abgeduscht werden musste, um das Wohnmobil einigermaßen matschfrei zu halten. Nach und nach trafen andere Wohnmobile ein, denen es wie uns ergangen war.

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