17.11.2019 Grand Canyon

Da wir schon wieder eine angefressene Kartoffel im „Keller“ vorfanden, hatte Holger die zweite Mausefalle aufgebaut und heute Morgen war wirklich wieder eine kleine Maus darin. Hoffentlich ist jetzt aber endlich Ruhe. Die schöne Angewohnheit das gebunkerte Feuerholz auf Campingplätzten bei offenen Kofferraum trocknen zu lassen, möchte Holger jetzt aber erst mal aufgeben;-)
Als uns die Route 66 durch den historischen Ort „Williams“ führte, sahen wir dort eine Selbst-Waschanlage die hoch genug für unser Wohnmobil war und Holger schrubbte endlich mal die Salzkruste von der Küste und den darüber liegenden Staub der Wüste runter.
Danach ging es weiter Richtung Grand Canyon National Park, der touristisch natürlich perfekt ausgebaut ist. Wir erreichten den Canyon auf der Südseite, wo eine Aussichtsstraße kilometerlang an der Schlucht entlang führt. Zwischendurch gibt es die Gelegenheit an vielen „Viewpoints“ anzuhalten, was wir auch ausgiebig taten. Obwohl wir beide schon einmal hier waren, überwältigte uns der Anblick auch dieses Mal. Der Canyon beeindruckt schon allein durch seine unglaubliche Größe. Der Abstand von einem Canyonrand zum anderen beträgt im Durchschnitt 16 km, auf einer Länge von 446 km.
Ich hatte für heute Nacht eigentlich einen Campingplatz am östlichen Ende des Parks rausgesucht, an dem es etwas ruhiger zugeht. Obwohl jetzt im November viel weniger los ist als zu den Ferienzeiten im Sommer, ballen sich immer noch sehr viele Touristen an den Haupteinfahrt und -aussichtspunkten. Nur leider war der geplante Campingplatz in der Nebensaison geschlossen und auf den vollen Hauptplatz im Zentrum hatten wir keine Lust. Also fuhren wir ein kleines Stück raus aus dem Nationalpark auf BLM Land der nationalen Forstverwaltung und stellten uns einfach in den  Wald. Von dort aus gingen wir zu Fuß zurück zum Canyon und suchten uns eine einsame Stelle, von der aus wir den Sonnenuntergang und das danach folgende, beeindruckende Farbenspiel beobachten konnten. Die Felsen veränderten dabei fast minütlich ihre Farbe. Allerdings wurde es nach Sonnenuntergang auch empfindlich kalt, der Canyon liegt über 2000 Meter hoch, und mit Taschenlampe gingen wir zurück zum Auto.
Eigentlich hatten wir uns entschieden, eine Wanderung in den Canyon hinein bis hinunter zum Fluss zu unternehmen. Die Schlucht ist 1,6 Km tief und es führen zwei Wege hinunter. Der beliebteste, auf dem man auch mit Eseln hinunter reiten kann befindet sich auf der Südseite und ist bis zum Colorado Fluss 12,5 Kilometer lang. Es wird empfohlen ihn nicht an einem Tag rauf und runter zu gehen, viele Rettungseinsätze jedes Jahr zeugen von der Selbstüberschätzung der Touristen. Allerdings bezieht sich das doch mehr auf den Sommer, in dem es im Canyon mit 50 Grad unerträglich heiß werden kann. Aus diesem Grund befinden sich zwei Campingplätze zum Übernachten in der Tiefe. Es muss total interessant sein, auf dem Weg in die Tiefe durch die verschiedenen Gesteinsschichten und Klimazonen zu wandern. Aber natürlich, wie immer in amerikanischen Nationalparks, waren Hunde auf dem Weg verboten. Sehr nervig. Also unternahmen wir am Morgen „nur“ eine Wanderung an den Klippen entlang, was aber natürlich auch interessant war, das sich nach jeder Biegung neue und interessante Ausblicke boten.
Wir nutzten eine Rast zum Frühstücken und verließen nach dem Entsorgen auf dem Campingplatz den Grand Canyon in Richtung Phoenix.

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