11.-12.03.2020 Tortuguero

Bevor wir die Karibik wieder verließen, wollten wir noch den Park Tortuguero ganz im Nord-Osten besuchen. Der Nationalpark ist einer der beliebtesten in Costa Rica und nur mit dem Boot oder per Luft zu erreichen. Auf der Fahrt dorthin war es wie immer sehr heiß und da man hinten im Wohnmobil während der Fahrt kein Fenster aufmachen kann, schwitzten unsere Gäste nicht schlecht. Es gab auf dem Weg zum Park keine Campingmöglichkeiten, außer einer Privatperson die ihren Garten gegen ein Entgelt für Übernachtungen zur Verfügung stellt. Dorthin fuhren wir und staunten über WC, Dusche, Outdoor-Küche, Stühle und Hängematten, die im Garten für evtl. Camper bereit standen. Dixon, so der Name des Besitzers, ist Englischlehrer, reist selber sehr viel mit seiner Familie und freut sich über die internationalen Gäste die er beherbergt. Er erzählte uns sehr viel über den Nationalpark und gab uns Tipps, welche Tour wir buchen sollten. Auf einem großen Bildschirm draußen zeigte er uns sogar ein Video über den Park und die Tierwelt.
Um die erste Kanutour am Morgen in den Park zu erwischen, die um 7:30 startet, verließen wir den Platz schon sehr früh und fuhren durch endlose Bananenplantagen zum Parkplatz am Fluss. Alle großen Importeure, wie Dole oder Chiquita haben ihre Anbaugebiete hier.
Am Parkplatz angekommen, setzten wir uns in das öffentliche Transportboot, das hier wie ein Bus mit festem Fahrplan fungiert. Die Fahrt dauerte mehr als eine Stunde, zurzeit herrschte Trockenheit und es war nur wenig Wasser im Fluss. Daher musste der Bootsführer sehr gut navigieren, um nicht im Schlamm stecken zu bleiben. Schon auf dieser Tour sahen wir einige Tiere, mehrere Kaimane, große Leguane und Holger fotografierte sogar ein Krokodil, das sich auf einer Sandbank sonnte.
Das Boot hielt an mehreren Zwischenstationen und erreichte dann den Ort Tortuguero. Hier beginnt der Nationalpark. Bis hierhin konnten wir auch Hope mitnehmen, aber weiter nicht. Daher hatten wir geplant, uns mit der Tour abzuwechseln. So starteten Carolin und Jannik mit ihrer Kanutour zuerst. Dixon hatte uns den Tipp gegeben, keine Bootstour mit Motor zu buchen, sondern ein kleines Ruderboot mit Führer zu mieten. Die beiden waren die einzigen Gäste im Boot und paddelten in den Dschungel hinein.
Zwischenzeitlich gingen Holger und ich abwechselnd zu Fuß einen angelegten Wanderweg durch den Dschungel. Der Pfad nannte sich „Jaguar Trail“, aber einem Jaguar begegneten wir zum Glück nicht. Es war schon ein ganz anderes Gefühl, total allein im Dschungel herum zu gehen, nur wenige Touristen waren an diesem Morgen unterwegs und ich war ganz begeistert, als es über mir in den Bäumen laut knackte und ich zwei Spinnenaffen, jeweils mit Baby vorbei klettern sehen konnte.
Dann waren die beiden auch schon wieder da und wir an der Reihe. Mit uns kletterte noch ein deutsches Pärchen ins Boot, was ganz nett war, so konnten wir uns beim Paddeln abwechseln. Überhaupt treffen wir in Costa Rica überall auf deutsche Touristen, das muss so ein Hot Spot für Individualreisende sein. Die beiden hatten sich ein Auto gemietet und fuhren jetzt auf eigene Faust durch das Land. Sie erzählten, dass sie ihren Rückflug über El Salvador nicht wie geplant durchführen konnten, da dieses Land ab sofort keine Einreisen mehr erlaubt.
El Salvador war das erste Land in Centralamerika, das sich abschottete und alle Schulen schloss, obwohl es keinen einzigen positiv getesteten Fall im Land hatte. Zu der Zeit kam uns das noch sehr übertrieben vor, Costa Rica hatte neun Fälle und versicherte, seine Grenzen auf jeden Fall offen zu lassen.
Unsere Fahrt führte erst über größere Flüsse, auf denen wir die unterschiedlichsten Reiher und andere farbenfrohe Vögel zu Gesicht bekamen. Wir konnten immer ganz langsam sehr dicht an die Tiere heran fahren. In den Bäumen saßen sehr große Leguane und Kapuzineräffchen turnten in den Baumkronen herum. Als unser Bootsführer dann lautlos in die kleineren Seitenarme abbog wurde es richtig spannend. Unbeweglich lagen einige Kaimane im Wasser und wir konnten sie ganz nah beobachten.
Ein zweistündiger, sehr interessanter Ausflug, unser Guide konnte viel zu den Tieren erzählen und wir waren froh, diese langsame und leise Tour gebucht zu haben.
Dann ging es mit dem schnelleren Boot wieder zurück zum Parkplatz. Da alle Plätze belegt waren, lag das Boot noch tiefer im Wasser und wir steckten oft im Schlamm fest. Wir hatten schon Angst unterwegs aussteigen und schieben zu müssen. Endlich erreichten wir wieder unser Wohnmobil und  waren ziemlich geschafft von der Hitze und den vielen Eindrücken. Der nächste Campingplatz war noch sehr weit weg und so fuhren wir kurzerhand wieder zu Dixon zurück und stritten um die besten Plätze in den Hängematten. Leider erfuhr Carolin unf Jannik hier, dass ihr Flug über New York nach München komplett von Lufthansa gestrichen wurde. Kurz zuvor hatte der amerikanische Präsident einen Einreisestopp für Europäer verkündet. Sie versuchte das Reisebüro in Deutschland zu kontaktieren, aber dort war gerade tiefste Nacht.

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