09.08.2019 Liard Hot Springs

An diesem Morgen standen wir wieder früh auf, waren aber noch ziemlich gerädert von gestern. Heute wollten wir gar nicht so viel fahren, allerdings zu einem sehr beliebten Park, bei dem nur frühes Ankommen einen Platz sichert. Die reservierbaren Plätze waren natürlich schon ausgebucht.
Im nächsten Ort, Fort Nelson, tankten wir und fuhren zur Dumping Station. Wir staunten nicht schlecht, als dort zusätzlich kostenloses Feuerholz auf einem großen Haufen bereit lag. Holger hackte gleich etwas klein und bevorratete sich, während ich mal wieder zuhause anrief. Je weiter wir rauf in den Norden kommen, desto geringer ist die Telefonnetzabdeckung, W-Lan gibt es in den Parks auch nicht und so sind wir sehr oft von der Außenwelt abgeschnitten.
Bis hierher war der Alaska Highway ziemlich eintönig und langweilig, jetzt fuhren wir in die nördlichen Ausläufer der Rocky Mountains und es gab wieder herrliche Ausblicke. Hier erreicht man auch den höchsten Punkt des Alaska Highway mit 1295 Metern. Danach geht es am Muncho Lake entlang wieder nach unten, der eindrucksvoll mit jadegrüner Wasserfärbung daliegt.
Schön, dass das Wetter inzwischen wieder sonnig war und wir schöne Fotos von der Umgebung machen konnten.
Wir bekamen auf der heutigen Etappe viele Tiere zu Gesicht, Stachelschweine, Dallschafe und Springböcke in den Bergen und zum Schluss mal wieder Bisons. Lange nicht gesehen. Dieses sind allerdings Waldbisons, keine Präriebisons wie in den Graslands. Ein Schild wies schon vorher darauf hin und als wir ein Bison am Straßenrand sahen, waren wir ganz entzückt und machten viele Fotos von dem mächtigen Tier. Dann fuhren wir um die Kurve und erblickten eine Herde von Bisons, also wieder Fotos, dann fuhren wir um die nächste Kure und da war eine noch größere Herde. Bis uns klar wurde, dass hier überall Bisons waren.
Kurz nachdem die Straße auf der einzigen noch erhaltenen Hängebrücke von 1944 führte, erreichten wir den Liard Hot Spring Provincial Park, unser heutiges Ziel. Durch das viele Anhalten und Fotografieren war es schon wieder früher Nachmittag und laut Reiseführer hat man nur vormittags noch eine Chance auf einen freien Campingplatz.
Der Umstand, dass doch noch einige Plätze frei waren, wies darauf hin, dass nun so langsam die Nebensaison beginnt. Als ich einige Zeit später mit dem Hund spazieren ging, zeigte das Schild am Eingang aber schon wieder „Full“ an.
Wir schauten uns erst mal den Platz und den Liard Fluss genauer an, Holger wollte morgen dort angeln. Auf dem Campingplatz wird außer vor Bären auch vor den Bisons gewarnt, scheinbar kommen die Tiere auch manchmal dort vorbei. Das Highlight sind aber natürlich die Hot Springs, die im Übernachtungspreis eingeschlossen sind und auf einem Boardwalk vom Campingplatz erreicht werden können.
Wir wollten aber erst später dorthin gehen. Sie waren bis 23:00 Uhr geöffnet und vielleicht könnten wir unter dem Sternenhimmel im warmen Wasser liegen.
Also aßen wir erst zu Abend und entzündeten noch ein kleines Lagerfeuer und machten uns um 21:00 langsam auf den Weg.
Der Hauptsee der für Besucher genutzt werden darf, wird gespeist von heißen Quellen von 42-52 Grad und ist weitestgehend naturbelassen von wunderschöner, üppiger Vegetation umgeben. Es wurden nur Umkleiden, Sitzbänke und Toiletten gebaut und Treppenstufen führen in den See. Aber alles fügt sich sehr harmonisch ein. Es wurde nichts gefliest oder das Wasser gechlort und es roch etwas nach Schwefel.
Wir waren gleich begeistert und entspannten in dem wohlig warmen Wasser. Eine eingefügte Staustufe gab auch noch eine natürliche Massagedüse für den Nacken ab. So einen kleinen See müsste man zuhause im Garten haben. Eigentlich soll man nach 20 Minuten rausgehen, aber wir blieben über eine Stunde. Es war einfach zu schön, auch wenn es für den Sternenhimmel noch zu hell blieb.
Auf dem Weg zum Wohnmobil merkten wir wieder, wie kalt die Nächte hier oben sind und schalteten im Wagen erst mal die Heizung an.

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