08.02.2020 San Cristóbal de las Casas

Am nächsten Morgen rumpelten wir sehr früh den schlechten Weg wieder zurück und nahmen Kurs auf die Berge. Gott sei Dank hatte es nicht geregnet.
Wir wollten uns, bevor wir Mexiko verlassen, unbedingt noch die Maya-Ruinen in Palenque ansehen. Da die Strecke nicht an einem Tag zu bewältigen ist, kam uns San Cristóbal als Zwischenstopp ganz recht. Die Stadt liegt über 2000 Meter hoch in den Bergen und wir fuhren durch eine faszinierende Berglandschaft. Es wurde empfindlich kalt und nach fast 30 Grad Hitze Tag und Nacht am Meer hatte es hier oben abends nur noch 12 Grad, was wir als ganz angenehm empfanden. Die meisten Straßen und Gassen in San Cristobal sind zu schmal, um mit unserem Wohnmobil durch zu fahren. Daher hatte uns Frans, der Holländer, eine Umgehungsstraße gezeigt, von der nur eine kurze Stichstraße direkt zum Campingplatz führen würde. „Etwas steil, aber auf jeden Fall machbar“ – so seine Aussage. Und dieses kurze Stück stellte sich dann als die bisher schwierigste Strecke für uns heraus. Dieses Mal hatten wir wirklich Angst um das Wohnmobil bei den Verwindungen die das Auto ertragen musste. (wir lernen hier, dass es wichtig ist einschätzen zu können, von wem man einen Tip bekommt. Frank, der mit dem Landrover, beurteilt Straßen auf seine Weise und Frans ist als er jünger war Ralleys gefahren. Holger hätte es wissen können, er ist schließlich mit Frans in die Stadt gefahren…)
Leider vertrug mein Kreislauf die Höhen- und Wärmeumstellung nicht so gut und so gingen Holger und Hope erst mal allein die Stadt erkunden und brachten von einem Tacostand unser leckeres Abendessen mit. Nachdem wir am Anfang in Mexiko mit dem Essen sehr vorsichtig waren, wurden wir im Laufe der Zeit immer mutiger. Es gibt überall Stände mit günstigem und sehr leckerem Essen und es riecht immer so gut. Aber leider erwischte es mich am nächsten Morgen, entweder waren es die Tacos oder die gekauften Eiswürfel, jedenfalls quälte ich mich mit einer Magenverstimmung durch San Cristobal und hatte große Mühe die vielen Hügel der Stadt zu erklimmen. San Cristobal besitzt eine der schönsten Altstädte Mexikos, mit vielen alten Kolonialhäusern, die zahlreiche Touristen anlockt. Bewohnt wird die Stadt von Ladinos, den Nachfahren der spanischen Eroberer. Die Indigenas, die Ureinwohner Mexikos kommen morgens aus den umliegenden Dörfern und verkaufen in ihrer traditionellen Kleidung an vielen Plätzen in der Stadt ihre landwirtschaftlichen oder handwerklichen Produkte.
Es war Sonntag und viel los, wie immer ein quirliges Treiben von Menschen und Autos zwischen vielen Markt- und Essensständen. Als erstes versuchten wir einen anderen Weg aus der Stadt zu finden, um dem unmöglichen Zufahrtsweg beim Verlassen zu entgehen, gaben aber nach kurzer Zeit auf. Die Stromkabel hingen sehr tief, um diesen auszuweichen hätten wir Slalom fahren müssen, was aber gegen Mittag, zur Hauptzeit sicher nicht möglich wäre. Also entschieden wir schweren Herzens später doch wieder den gleichen Weg zurück zu nehmen, den wir gekommen waren. Nach einer ausgiebigen Wanderung durch die Kirchen und über die Plätze machten wir uns auf den Heimweg zum Campingplatz, der nur einige Minuten von der Innenstadt entfernt lag.

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