07.02.2020 Flor del Pacifico

Morgens gab es eine lange Verabschiedungszeremonie, alle bis auf das Paar aus den USA wollte heute weiter. Aber die meisten gen Norden. Vom australisch/deutschem Paar wurde uns ein Stellplatz direkt am Meer ca. 80 km weiter südlich empfohlen. Dort hätten sie abends gesehen wie Schildkröten geschlüpft waren. Allerdings war die Saison eigentlich schon vorbei und das Restaurant bei dem man dort campen kann, zurzeit geschlossen. Wir wollten es aber trotzdem versuchen, ich wollte das Schauspiel sehr gern sehen und war schon ganz enttäuscht von Puerto Escondido, als es dort hieß, aufgrund der starken Algen seien dieses Jahr fast keine Schildkröten gekommen. Frank meinte, die Zufahrtsstraße dorthin sei kein Problem, was sich als furchtbare Untertreibung herausstellte. Allerdings fährt er einen kompakten, wendigen Landrover, mit dem er auch schon in den Wüsten Afrikas unterwegs war und konnte sich wahrscheinlich nicht vorstellen, wie die Straße mit unserem Wohnmobil bewältigt werden muss. Aber wir schafften es, mit zahlreichen weiteren Kratzern und einem Aufsetzer erreichten wir sehr langsam unser Ziel. Inzwischen müssen wir auch auf Stromkabel aufpassen, die hier sehr niedrig über den Straßen hängen. Am Horizont sah man in den Bergen Regen aufziehen, sollte dieser hier abregnen, wäre die staubige Piste ein einziges Schlammmeer und für uns wahrscheinlich für ein paar Tage unpassierbar. Als wir endlich ankamen, waren wir wirklich ganz allein und das Restaurant lag verlassen da. Später kam jemand, der sich den Abend über dort aufhielt und es bewachte.
Wir badeten im Meer und spazierten dann den menschenleeren und kilometerlangen Strand entlang. Dabei sahen wir viele Eierschalen von geschlüpften Schildkröten, aber auch geräuberte Nester, wahrscheinlich von den streunenden Hunden die hier rumrannten. Einige vertrocknete Schildkrötenpanzer lagen auch herum. Wir wollten später im Dunkeln wiederkommen und kochten uns erst mal unser Abendessen im Wohnmobil. 
Gegen 21:00 Uhr erschien uns die Zeit ganz passend und wir machten uns noch einmal mit Taschenlampen auf zum Strand. Leider sahen wir erst gar keine Aktivitäten und nach einer ganzen Weile, weiter unten, eine einzelne kleine Schildkröte, die in ein Sandloch gefallen war und Mühe hatte wieder heraus zu kommen. Wir halfen ihr etwas dabei und sahen gespannt zu, wie sie langsam, mit vielen Pausen zum Wasser krabbelte. Man soll die Schildkröten nicht zum Meer tragen, da es für ihre Entwicklung wichtig ist, diesen Weg allein zu gehen, hatte man uns erzählt. Ich war ganz gerührt, als dieses winzige Ding endlich von einer Welle erfasst und davon getragen wurde. Als wir uns schon damit abgefunden hatten, nur eine Schildkröte gesehen zu haben, stolperten wir auf dem Rückweg über ein Nest, aus dem gerade jede Menge Tiere rauskrabbelten. Es waren bestimmt über 50 Stück. Es war sehr witzig anzusehen, wie einige Schildkröten schnurstracks zum Wasser liefen, andere wiederum erst mal in die falsche Richtung abdrifdeten, bevor sie doch noch die Kurve kriegten. Nach einiger Zeit hatte aber auch der letzte Nachzügler das rettende Wasser erreicht und wir gingen zufrieden schlafen. Inzwischen fühlen wir uns in dieser Gegend von Mexiko sehr sicher und hatten kein Problem damit ganz allein am Strand zu übernachten.

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