03.-5.12.2019 Phoenix III

Heute sollten die inzwischen bei E-Bay bestellten Stoßdämpfer ankommen, also mussten wir wieder nach Phoenix zum Ersatzteilladen, an den sie geliefert wurden. Es war auch alles bereits da als wir gegen Mittag dort ankamen. Jetzt müssen die Stoßdämpfer nur noch passen. Holger will sie selber einbauen, wenn wir mal irgendwo länger stehen, aber ich denke inzwischen das wird es nie geben. Irgendwas fehlt zum länger bleiben immer, entweder Handyempfang, Lebensmittel, Entsorgung oder es ist uns zu teuer für eine längere Zeit.
Danach fuhren wir noch zu einem Wohnmobilladen, auf der Suche nach einigen Kleinteilen, die uns fehlten, aber das Sortiment war nicht so umfangreich. In der Stadt gab es noch einen zweiten Zubehörladen mit größerer Auswahl, dort wollten wir am nächsten Tag mal schauen.
Diese Nacht verbrachten wir mal wieder an einem Casino direkt im Zentrum, am Parkplatz gab es sogar einen Shuttlebus der die Gäste auf Wunsch bis zur Eingangstür fuhr. Diesen nutzte ich am nächsten Morgen, um die Toilette aufzusuchen. Die junge Fahrerin schenkte mir ein paar Gutscheine, mit denen ich nach der Registrierung umsonst hätte spielen können. Aber es reizt uns immer noch nicht, in diesen verrauchten, lauten Hallen unser Glück zu versuchen, was vielleicht auch ganz gut ist.
Wir hatten beim Ankommen am Abend vorher gesehen, dass um die Ecke ein Cabelas Laden war, da musste Holger natürlich unbedingt hin. Die Kette kannten wir ja schon aus Kanada. Der Laden ist meiner Meinung nach, ein wahr gewordener Männertraum. Dort gibt es alles für´s Jagen, Fischen, Bootssport und Camping, aber nicht unbedingt günstig. Vor der Tür stehen viele Angelboote mit starken Motoren und Kajaks zum Verkauf und die Ausstellungsfläche ist einfach gigantisch. In Kanada gab es immer einen riesigen Kamin mit weichen Ledersesseln im Eingang, hier gab es ein begehbares Aquarium mit einheimischen Fischen und zwei große Areale, die lebensechte Nachbildungen aller jagdbaren Tiere in den USA zeigen, vom Eisbären bis zum Elch. Zusätzlich noch eine extra Ausstellungsfläche mit einer Weihnachtsmannhütte und viel Spielzeug für Kinder.
In den Cabelas Laden durfte Hope auch mitkommen und so bummelten wir sehr lange durch die Halle und stöberten rum. Danach fuhren wir noch zu dem größeren Wohnmobilladen und hielten uns auch dort sehr lange auf. Da wir zurzeit kein richtiges Ziel haben, ist es schön auch einfach mal Zeit mit Shoppen zu verbringen.
Für die Nacht hatten wir uns einen Campingplatz mit heißen Quellen im Westen von Phoenix rausgesucht. Der Platz wurde als sehr alternativ und hippiemäßig bei IOverlander beschrieben, so waren wir schon darauf gefasst was uns erwartete. Ein mit großen Palmen umgebener Hof, in dem ein paar Wohnmobile und Wohnwagen standen, umgeben von einem Sammelsurium an alten Gegenständen und Dekorationsartikeln. Hinter einem Bretterzaum waren verschieden Steinbecken und Wannen in mehreren Größen aufgebaut, durch die unaufhörlich das warme Wasser floss. Im Innenhof stolzierten einige Pfauen und Hühner frei herum. Eigentlich war es hier ganz witzig, wenn nicht in der Nähe große Hühnerställe bei bestimmter Windrichtung einen furchtbaren Gestank verbreiteten. Gott sei Dank war das immer nicht von langer Dauer. Wir drehten noch eine Runde mit dem Hund durch den nahen, ziemlich trostlosen Ort und ließen uns dann im warmen Wasser nieder. Es war nicht viel los, außer uns nur zwei andere Personen. Den Hund nahmen wir einfach mit, er lag neben uns und das störte hier auch niemanden. Das Wasser hätte auf die Dauer etwas wärmer sein können, aber zum Entspannen war es ganz nett. Als wir gingen, sprach uns noch ein Ehepaar mit französischem Akzent an. Wir glaubten, sie kämen aus dem französisch sprechenden Teil von Kanada, aus der Gegend gibt es zurzeit sehr viele Snowbirds hier unten. Kein Wunder das die dem Winter entfliehen wollen, in Quebec und Ontario sind bis zu minus 40 Grad im Winter.
Dieses Paar kam aber wirklich mal aus Frankreich, aus einem Vorort von Paris, Franzosen haben wir bisher noch nicht viele getroffen. Sie sind bereits Rentner und verbringen einen Monat in den USA und einen Monat in Europa. Die Flüge sind für sie sehr günstig, da sie bei Air France als Pilot und Stewardess gearbeitet haben. In Frankreich haben sie ein Wohnmobil und hier fahren sie mit einem in den USA gekauften Auto mit Wohnanhänger herum. Auch wieder eine ganz andere Reiseplanung. Da sie gerade gekommen waren und wir gehen wollten, verabredeten wir uns für den nächsten Morgen zum Plausch. Was wir auch taten, mit Kaffee lagen wir im Sonnenschein im warmen Wasser und erzählten uns unsere Reiseerlebnisse. Sie starteten im Frühjahr in Florida und haben bisher die US Staaten im Süden durchfahren. Da sie jetzt weiter nach Süden wollten und wir nach Norden, verabschiedeten wir uns gegen Mittag und verließen den Hof, zu dessen freilaufenden Tieren sich an diesem Morgen noch ein fettes Hängebauchschwein gesellt hatte.
Heute wollten wir nun endlich Phoenix gen Norden verlassen, wer hätte gedacht, dass wir uns in dieser Stadt noch mal so lange rumtreiben würden. Wir stoppten noch mal am Lake Pleasant, hier konnte man so nett und günstig direkt am Ufer stehen. Nachdem der Tag recht sonnig war, gab es am Abend noch einen Sturm mit sehr hohen Wellen im See.

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