30.01.-01.02.2020 Zipolite

Morgens nutzen wir den Strand noch einmal, bevor wir zusammenpackten und uns auf den Weg machten. Fast wären wir noch länger geblieben, aber der nicht weit entfernte Ort Zipolite reizte uns auch. Im Reiseführer hatten wir schon gelesen, dass sich dort in den 70er Jahren einige Hippies angesiedelt hatten und es auch heute noch viele Alternative und Backpackers dorthin verschlägt. Außerdem ist der Strand von Zipolite der einzige Strand in ganz Mexiko, an dem Nacktbaden toleriert wird und für das Wochenende war ein Nudisten Festival mit 4000 Besuchern geplant. Das mussten wir uns ansehen.
Der Ort war nur ca. 60 Kilometer entfernt, es ging ein Stück auf der Küstenstraße zurück und dann direkt am Meer entlang, durch den schönen Ort Mazunte, hier war alles schon sehr touristisch, wir schlängelten uns durch die schmalen Gassen mit sehr vielen Restaurants, kleinen Hotels und Souvenirläden.
In Zipolite gab es nicht weit vom Strand ein Hotel mit Campingplätzen im schattigen Garten unter Palmen. Das Schönste aber war der relativ große Swimmingpool. Es war nicht viel los, nur einige kanadische Langzeitcamper waren anwesend.
Als erstes gingen wir gleich mal zum Strand und waren erstaunt was dort los war. Jeder lief herum wie er lustig war, ob nackt, halbnackt oder in Badekleidung. Allerdings waren die Wellen auch hier sehr hoch und nur einige Surfer waren im Wasser. Holger hatte sein Surfboard dabei und probierte es auch aus. Die Wassertemperatur ist hier unten am Pazifik so hoch, das ein Bad im Meer keine Abkühlung mehr bietet. Daher freuten wir uns im Anschluss auf den Swimmingpool, dort war es etwas kühler.
Am Abend schlenderten wir durch die Stadt und genossen das bunte Treiben. Überall bieten Aussteiger aus aller Welt ihre selbstgemachten Handwerksprodukte und Einheimische ihre Ernte und Souvenirs zum Kauf an. Auch am Strand war nachts noch ein lebhaftes Treiben. Direkt am Wasser gibt es jede Menge Billighostels, vor denen junge Leute einfach ihr Zelt im Sand aufschlagen können. Dazwischen zahlreiche Bars mit Musik.
Danach saßen wir unter unserem Mückenzelt noch etwas draußen und es war so heiß, dass ich mich zwischendurch noch im Pool abkühlen ging. Leider setzte die Hitze auch unserem Kühlschrank so zu, dass wir schon Eiswürfel kaufen mussten, um ihn kalt zu halten. Obwohl das Wohnmobil fast den ganzen Tag im Schatten stand, waren nachts draußen und drinnen über 30 Grad.
Am nächsten Tag wurde es aufgrund des Festivals schon erheblich voller. Es gab eine Nacktparade auf den Straßen und Bodypainting am Strand. Alles sehr lustig anzusehen. Wir wunderten uns, dass neben den Gringos auch viele Mexikaner mitmachten. Selbst der Hotelbesitzer Rene vom vorherigen Campingplatz war mit Freunden gekommen, um dabei zu sein.
Die Wellen am Strand waren wie immer sehr hoch und stark und Holgers Surfbrett brach bei einer heftigen Welle in zwei Teile. Sehr schade, aber gut das wir es nur für wenig Geld gebraucht erstanden hatten. Zipolite gilt als sehr berüchtigter und gefährlicher Surfspot, Die Wellen sind hoch aber kurz und es gibt starke Strömungen!
Abends suchten wir uns ein vertrauenswürdig aussehendes Palapa-Restaurant, mit Tischen direkt auf dem Strand und aßen frischen Fisch während des Sonnenuntergangs. Sehr romantisch.
Am Samstag ließen wir in einer Wäscherei endlich mal wieder unsere Wäsche waschen. Hier gibt es nur wenige Waschsalons zum Selberwaschen, es ist üblich seine Wäsche abzugeben. Als wir den Damen erklären wollten, welche Wäsche heiß und welche nur warm gewaschen werden sollte, meinten sie, das wäre egal, sie würden sowieso nur mit kaltem Wasser waschen. Allerdings hätten sie keine Leinenkapazität mehr, (Trockner gab es keine), sodass wir die gewaschene Wäsche nass abholten und auf unserer eigenen Wäscheleine zum Trocknen aufhängten.
Inzwischen waren auf dem Campingplatz zwei große Busse angekommen, deren Insassen die große Wiese mit vielen Zelten belegten und leider auch den Swimmingpool komplett unter Beschlag nahmen. So beschlossen wir, am nächsten Morgen abzureisen, nicht ohne vorher noch an einer Bar am Strand einen Abschiedscocktail zu trinken.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.