27.-28.02.2020 San Jose

Heute machten wir uns auf den Weg nach San Jose, der Hauptstadt Costa Rica´s mit einem internationalen Flughafen. Das Land ist nur ungefähr so groß wie Bayern und die Hauptstraßen sind in relativ gutem Zustand. So kommt man ganz gut voran. Allerdings werden die Straßenverhältnisse sofort schlechter, sobald man eine kleinere Zufahrtsstraße zu einem Ort einschlägt. Oft wird auch vor Flussüberquerungen gewarnt, die bei Regen schnell sehr tief werden können. Da wir in der Trockenzeit unterwegs sind, sollte das Problem nicht so groß sein. Allerdings schickte uns Google Maps heute natürlich ausgerechnet über eine solche Straße. Beim Austesten der Flusstiefe muss man auf die eventuell dort ansässigen Krokodile achten. Aber unser Fluss war nicht tief und damit das Durchqueren kein Problem.
In San Jose fuhren wir erst mal zu einem Walmart, um noch etwas einzukaufen. Auch hier war der gesamte Parkplatz hoch eingezäunt und viele Sicherheitsbeamte kontrollierten das Areal. Im Walmart war es wie in den USA, mal abgesehen von der Gemüse- und Obstauswahl, die überall in ganz Mittelamerika eine großartige Vielfalt aufweist. Überhaupt erschien uns hier alles auf westlichem Niveau zu sein und es ist ein Quantensprung zwischen dem reichen Costa Rica und dem armen Nachbarland Nicaragua.
Dann fuhren wir zum Campingplatz nicht weit vom Flughafen entfernt. Das Areal lag, wie sollte es anders sein, hinter hohen Mauern und war eigentlich der große Garten eines Privathauses.  Die Besitzerin vermietete auch Vans mit Dachzelt und bot Langzeitunterbringung für Wohnmobile an, deren Besitzer für einige Zeit nach Hause fliegen wollen. Außer uns war nur noch ein Spanier dort, der seine lange Mittelamerikareise schon hinter sich hatte und nun nur noch das Auto verkaufen wollte. Da er Übersetzer war und von überall aus arbeiten konnte, hatte er es scheinbar auch nicht so eilig.
Am Abend wurde es richtig kühl hier und wir genossen die niedrigen 22 Grad in der Nacht.
Den nächsten Tag verbrachten wir mit Aufräumen und Wäsche wachen. Hier konnte man allerdings nicht selber waschen, sondern ein Wäschedienst holte die schmutzigen Sachen ab und brachte alles gewaschen und getrocknet einige Stunden später wieder zurück.
Gegen Abend machten wir uns auf dem Weg zum Flughafen. Die Campingplatzbesitzerin hatte uns ein Uber-Taxi gerufen, das uns zum Flughafen fuhr. Der junge Fahrer fuhr sehr schnittig durch den Freitag-Feierabendverkehr und redete dabei unablässig mit den Händen gestikulierend in Spanisch auf Holger ein. Der verstand sicher nur einen Bruchteil davon. Ich war froh als wir unversehrt am Flughafen ankamen. Da der Flieger Verspätung hatte, schauten wir uns den sehr kleinen, übersichtlichen Flugplatz an. Eine Empfangshalle gab es gar nicht, man wartete draußen auf die soeben gelandeten Fluggäste. Irgendwann konnten wir Carolin und Jannik freudestrahlend in Empfang nehmen, die einen langen Flug mit zweimal umsteigen in Frankfurt und New York hinter sich hatten. Wir hatten uns die Telefonnummer von unserem Uber-Fahrer geben lassen und riefen ihn an, um uns wieder abzuholen. Als er die jungen Leute sah, fühlte er sich genötigt noch rasanter zu fahren und ich war froh, dass der Campingplatz nicht weit entfernt war.
Wir saßen noch etwas draußen und erzählten, wie es uns in der letzten Zeit so ergangen war. Wir hatten seit langem mal wieder eine Jacke an und ich hatte fast ein schlechtes Gewissen wegen der Kühle, da ich den beiden immer erzählt hatte, wie heiß es in Costa Rica ist.

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