10.-11.11.2019 Sequoia National Park

Als wir am Morgen aus dem Fenster schauten, kamen die Wellen schon sehr dicht ans Wohnmobil und es war somit nur eine schmale Spur frei. Also mussten wir erst mal abwarten. Allerdings auch nicht zu lange, damit die Spur im Eingang nicht zu zerfahren wäre. Irgendwann entschied Holger dann loszufahren, es herrschte schon wieder reger Betrieb und wir waren doch sehr angespannt. Aber wenn wir stecken bleiben würden, wäre sicher jemand bereit uns rauszuziehen. Kurz vorm Eingang hielten wir noch mal an, um uns die Strecke anzusehen und es war alles ziemlich kaputt gefahren. Direkt vor uns und neben uns steckten bereits Fahrzeuge fest. Zu unserem Glück hielt ein Rangerauto und gab uns den Tipp ein paar Kilometer weiter am Strand lang zu fahren, dort gäbe es noch einen Überweg und der wäre viel einfacher zu benutzen. Das taten wir und es erwies sich als super Tipp, dort war es gar kein Problem und auch viel weniger los. Warum sich alle an dem anderen Überweg drängeln war uns schleierhaft.
Nach der Anspannung fuhren wir endgültig weg vom Meer gen Osten Richtung Las Vegas. Auf dem Weg dorthin wollten wir im Sequoia National Park einen Übernachtungsstopp einlegen. Wir fuhren durch weite, sehr vertrocknete Landschaften. Uns wurde erzählt, dass es seit April hier im südlicheren und zentralen Californien nicht mehr geregnet hatte. So sah es auch aus, man konnte sich gut vorstellen, dass die verdorrten Büsche und Gräser einmal Weideland gewesen waren, jetzt fanden die paar Kühe die wir sahen nichts mehr viel zu fressen. Vor 20 Jahren soll es hier auch mal so grün gewesen sein, wie heutzutage in Oregon. Dann änderte sich die Umgebung in riesige Flächen mit Orangen- und Nussbäumen und Weinsträuchern, die wahrscheinlich bewässert werden. Ansonsten wird überall darauf hingewiesen, dass man kein Wasser verschwenden darf. In der Stadt Bakersfield versorgten wir uns mit Lebensmitteln und dann ging es auf einer sehr schmalen Straße in Serpentinen durch den Kern Canyon zum Sandy Flat Campground. Mit dem letzten Abendlicht sahen wir eine sehr schöne Gegend mit hohen Felswänden, durch die der Kern River floss. Es war inzwischen, ohne den Wind am Meer, sehr warm geworden und so saßen wir auf dem Campingplatz noch im Dunkeln draußen und waren gespannt, wie die Gegend hier wohl im Tageslicht aussehen würde. Auch wenn tagsüber jetzt wieder kurze Hosen und T-Shirt Wetter angesagt ist, bleiben die Nächte angenehm kühl.
Am Morgen erkundeten wir die bereits wüstenartige Gegend um den Platz, wir standen nicht weit vom Fluss, der fürs Wildwasserrafting bekannt ist, das aber wahrscheinlich eher im Frühjahr und Frühsommer. Jetzt floss er eher gemächlich dahin.  Allerdings gab es hier nicht die großen Sequoia Bäume, für die der Park eigentlich bekannt ist, da hätten wir eine andere Gegend wählen müssen. Aber hier in der Nähe sollte es naturbelassene heiße Quellen geben und hohe Bäume hatten wir ja nun auch schon genug gesehen. Wir beschlossen, hier zwei Tage zu bleiben und ich versuchte erst mal den ganzen Sand vom Strandcampen aus dem Wohnmobil wieder heraus zu bekommen. Der Campingplatz wurde gegen Mittag merklich leerer, das Feiertagswochenende war vorbei und mit uns war jetzt nur noch ein anderes Auto dort. Gegen Abend, als es etwas kühler wurde, unternahmen wir eine Wanderung zu den heißen Quellen, immer am Fluss entlang. Wir brauchten einige Zeit um die Hot Springs zu finden, es gab kein Hinweisschild. Endlich angekommen waren wir aber ganz begeistert. Die Quellen sind in verschiedenen, mit Mörtel verbundenen Steinpools aufgestaut und werden von Freiwilligen instand gehalten. Es gibt ca. 5-6 kleine, unterschiedlich temperierte Pools, die direkt oberhalb des Flusses liegen. Als wir ankamen war noch einiges los, aber schon nach kurzer Zeit wurde es leerer und wir hatten einen Pool für uns. Auch der Hund musste nicht allein bleiben und lag direkt daneben.  Wir genossen die Wärme und den Ausblick, dann gingen wir mit dem hellen Vollmond auf der Straße wieder zurück.


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